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Geschichtlicher Überblick

Vahrn liegt nordwestlich von Brixen auf einem Schuttkegel am Ausgang des Schalderertales. Die Berge im Hintergrund schützen das Gebiet vor den kalten Nordwinden, die klimatischen Verhältnisse sind deshalb sehr günstig.

Vahrn, im Hintergrund Schalders (links) und Spiluck (rechts) / Varna, sullo sfondo Scaleres (sinistra) e Spelonca (destra)

Vahrn ist ein Dorf zwischen Tallage (570 m) und Hochgebirge (2.750 m); an der Schwelle zwischen Nord und Süd. Früher von Reiseschriftstellern oft das Tor zum Süden genannt,  zwischen der schluchtartigen Enge des Wipptales und der südlich anmutenden Talweitung von Brixen, zwischen der Plage des europäischen Transits (Autobahn) und einsamen Bergpfaden, zwischen mediterraner Vegetation (Rebe und Edelkastanie) und kargen Hochgebirgspflanzen.

Vahrn mit Bahnlinie, Autobahn und Staatsstrasse / Vahrn con la ferrovia, autostrada e strada statale

Schon vor tausend Jahren in einer Urkunde erwähnt, liegt der Ort an der alten Brennerstraße. Seit dem Mittelalter lebten Gastwirte und Handwerker vom regen Fuhrverkehr auf dieser wichtigen Nord- Südverbindung.

Alte Brennerstrasse mit Gasthöfen: Goldenes Lamm (rechts) und Goldener Adler (links) / Vecchia strada del Brennero con gli alberghi: Agnello d019Oro (destra) e Aquila d019Oro (sinistra)

Mehrere Edelsitze, erbaut von Adeligen und hohen Beamten des Brixner Fürstbischofs, verschönern heute noch das Dorfbild.

Ansitz Garten aus dem 16. Jahrhundert / Residenza 01EGarten01C del 16. secolo


Pfarrkirche Vahrn, die Plose im Hintergrund / Chiesa parrocchiale di Varna, sullo sfondo la Plose

Überragt wird die Ortschaft von der Ruine Salern, dem Rest der im 13. Jahrhundert von Bischof Bruno erbauten Burg.

Ein Schmuckstück ist auch die nachts von Scheinwerfern angestrahlte Pfarrkirche mit dem spitzen gotischen Turm.

Reste des Bergfrieds Salern / Resti della torre del castello di Salern

Alte Bahnhaltestelle Vahrn / Vecchia stazione di Varna

Seit der Eröffnung der Brennerbahnlinie mit einer Haltestelle in Vahrn (1867) kamen bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges von Mai bis Oktober vornehme Gäste aus Wien, München und anderen Städten, um sich im Schatten der Kastanienbäume zu erholen.

Hotel Salern im alpinen Stil / Hotel Salern in tipico stile alpino

In diese Zeit (1910) fällt auch der Bau des schönen Hotels Salern durch einen Wiener Bankier.


Carl Toldt, Rektor der UNI Wien, Vahrner Sommergast und Gründer des Verschönerungsvereins Vahrn (1898) / Carl Toldt, Rettore dell019università di Vienna, ospite estivo di Varna e fondatore del 01EVerschönerungsvereins01D di Varna (1898)

Die intensive Verbauung seit den siebziger Jahren hat das Dorfbild sehr verändert. Neue Handwerker- und Gewerbezonen oberhalb Brixen und auch in der Nähe der Autobahnausfahrt haben zum wirtschaftlichen Aufschwung des Dorfes wesentlich beigetragen.

Vahrner See / Lago di Varna

Der Schaldererbach und der Vahrner See wurden als Erholungszonen unter Naturschutz gestellt.

Kneipp-Tretanlage am Schaldererbach / Impianto Kneipp sul Rio Scaleres

Die Mehrzahl der Bauern hat sich auf den ertragreichen intensiven Obst- und Weinbau spezialisiert.

Der Lärm und die Abgase der Auto- und Eisenbahn belasten die Dorfbewohner, auch warten die Benützer der Staatsstraße in Richtung Brixen mit wachsender Ungeduld auf großzügige Baumaßnahmen, welche die untragbare Verkehrssituation entflechten.

Der lang gezogenen Ortschaft von der Pustertaler Kreuzung bis zum Eingang des Schalderertales fehlt ein Dorfzentrum. Diese Funktion erfüllt in etwa das in den achtziger Jahren erbaute Haus Voitsberg als Sitz der Gemeindeverwaltung. Der architektonisch gelungene große Saal ist mit zahlreichen Veranstaltungen gut ausgelastet.


Dorfpaltz 14.JPG

Übrigens, dieser Name und auch das Gemeindewappen wurden von der im 13. Jahrhundert zerstörten Burg Voitsberg oberhalb Vahrn übernommen.

Zur Gemeinde Vahrn gehören die Fraktionen Neustift, Schalders und Spiluck. Von den zirka 4.200 Einwohnern sind 88% Deutsche, 10% Italiener und 2% Ladiner und Anderssprachige.

Dr. Ernst Parschalk

Die Burg Voitsberg laut einer Wiederherstellungsstudie / Il castello Voitsberg secondo uno studio di ricostruzione